Leistungen

Die Behandlung von Brustkrebs umfasst eine Vielzahl von Therapien und Medikamenten, die je nach Tumorart und den individuellen Bedürfnissen der Patientin zusammengestellt werden. Denn ebenso wenig wie es den einen Brustkrebs gibt, können Brustkrebserkrankungen nur mit einer bestimmten Methode bekämpft werden. Gefragt ist vielmehr eine individuelle Kombination aller verfügbaren Verfahren und Medikamente.

Auf den folgenden Seiten werden Ihnen die Abläufe und die einzelnen Therapieformen vorgestellt.
Die Ärzte des Brustzentrum entscheiden immer gemeinsam mit Ihnen, welche Therapie in Ihrem speziellen Fall die höchsten Heilungschancen bietet.


Radiologische Diagnostik


Im Brustzentrum Stade-Buxtehude werden die Patientinnen von einem Team hochspezialisierter, in der Mammadiagnostik sehr erfahrener Radiolog:innen untersucht. Die radiologische Mammadiagnostik unterscheidet zwei Aufgabenbereiche:

  • die Früherkennung bereits kleinster Vorstufen von Brustkrebs, die oft im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms für Frauen der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahre entdeckt werden, und
  • die Abklärung von Veränderungen, die den Frauen selbst oder ihren Frauenärzt:innen aufgefallen sind.

Zur Abklärung auffälliger Befunde gehören fast immer die ärztliche Untersuchung, alle bildgebenden Verfahren und die Gewebeentnahme (minimal invasive Biopsie).

Mammographie

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Sie ist die beste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Nur auf den Röntgenbildern lassen sich kleinste Verkalkungen sicher darstellen und in ihrer Form und Anordnung beurteilen. Dieses ist deshalb wichtig, weil bestimmte Brustkrebsarten bereits früh zu typischen Verkalkungsmustern führen und ein Tumor so bereits in sehr frühen Stadien entdeckt werden kann. Dies gilt vor allem für Frauen ab 50 Jahre; ab diesem Alter nimmt die Dichte der Brustdrüse ab und das Brustkrebsrisiko zu.

Dabei werden in den meisten Fällen zwei Aufnahmen von jeder Brust angefertigt. Um übersichtliche und gut lesbare Aufnahmen zu bekommen, muss die Brust bei der Röntgenuntersuchung komprimiert, d.h. gedrückt werden. Verletzungen oder Schäden an der Brust können hierdurch nicht entstehen, auch wenn manche Frauen die Kompression als unangenehm empfinden.

Einige Symptome wie Absonderung von Flüssigkeit aus der Brustwarze erfordern unter Umständen weitere Untersuchungen der Milchgänge, die durch den Einsatz eines Kontrastmittels bei der Galaktographie dargestellt werden können.

Im Mammadiagnostik-Zentrum Stade und in Buxtehude werden modernste digitale Niedrigdosis-Röntgengeräte eingesetzt, die sowohl die strengen deutschen Anforderungen, als auch die europäische Norm nach EUREF erfüllen und regelmäßig von unabhängigen Experten überprüft werden.

Auch die Ärzte und die Röntgenassistentinnen werden ständig durch das unabhängige Referenzzentrum in Bremen geprüft und müssen sich kontinuierlich weiterbilden.

Ultraschall

Der Ultraschall (auch Sonographie genannt) ist besonders geeignet, tastbare Veränderungen insbesondere bei jüngeren Frauen abzuklären.

In der Früherkennung von Brustkrebs ergänzen Ultraschalluntersuchungen die Mammographie vor allem bei sehr dichtem Brustgewebe oder bei der Abklärung auffälliger Befunde. Die Kombination aus Mammographie und Ultraschall erhöht die diagnostische Sicherheit.

Unter Ultraschall-Kontrolle wird eine schonende minimal-invasive Biopsie auffälliger Bereiche durchgeführt.

Wir verfügen über modernste Farbduplex-Geräte und eine lange Erfahrung im Ultraschall der Brust. Das Mammadiagnostik-Zentrum in Stade ist Mitglied der DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin), hat die Ausbildungsberechtigung im Sinne der KVN und ist Mitglied der Sonographie-Prüfungskomission der KV Stade.

Biopsie

Auffällige Befunde, die sich in der Mammographie oder bei der Ultraschalluntersuchung gezeigt haben, werden durch eine minimal-invasive Biopsie abgeklärt. Dabei wird mit einer Nadel eine kleine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich entnommen. Der Eingriff erfolgt bei örtlicher Betäubung und hinterlässt keine Narben. Sie wird von einem auf die Diagnose von Brusttumoren spezialisierten Radiologen vorgenommen.

Das Untersuchungsgebiet wird während des Eingriffs mit Hilfe von digitaler Röntgentechnik oder durch Ultraschall computergesteuert lokalisiert. Auch MR-gesteuerte Biopsien, die Gewebeentnahme mit Hilfe des Kernspintomographen, werden bei uns durchgeführt. Der Einsatz dieser hochmodernen Geräte stellt sicher, dass auch aus kleinsten Kalkablagerungen Gewebe entnommen werden kann, und schafft hohe Sicherheit bei der Abklärung eines Befundes.

Die Biopsie wird ambulant vorgenommen. Für die Patientin hat die Abklärung vor einer Operation erhebliche Vorteile. Ist der Tumor gutartig, entfällt der chirurgische Eingriff, ist er bösartig, liefert die Analyse des entnommenen Gewebes wichtige Hinweise auf die Brustkrebsart und für die Behandlung. Die Operation und die Nachbehandlung können besser geplant und vorbereitet werden.

Alle Befunde werden mit dem Pathologen, der die Proben analysiert, den Radiologen und den Operateuren erörtert. Das interdisziplinäre Team überlegt in der Tumorkonferenz gemeinsam, welche Konsequenzen aus dem Ergebnis zu ziehen sind. Das weitere Vorgehen wird dann in einem ausführlichen Gespräch mit der Patientin besprochen. Im Brustzentrum Stade-Buxtehude werden pro Jahr über 500 solcher Biopsien vorgenommen.

Weitere Informationen zur Mammadiagnostik

Sentinel-Lymphknoten-Markierung
(Bestimmung des Wächterlymphknotens)

Zur Vorbereitung einer Brustkrebsoperation gehört in den meisten Fällen auch die Bestimmung des Wächter-Lymphknotens. Das sind Lymphknoten im Achselbereich, die als erste von Absiedlungen eines Brusttumors betroffen wären. Um diese speziellen Lymphknoten zu lokalisieren, wird eine schwach radioaktiv markierte Flüssigkeit in die Umgebung des Tumors injiziert. Diese Flüssigkeit läuft über die Lymphbahnen in die Lymphknoten in der Achselhöhle ab. Die ersten Knoten, die erreicht werden, sind die so genannten Wächterlymphknoten. Sie werden bei der Brustkrebsoperation mit entfernt und auf Tumorzellen untersucht. Wenn sie nicht befallen sind, werden keine weiteren Lymphknoten entfernt. Dieses erspart vielen Patientinnen die früher oft mit der Lymphknoten-Operation verbundenen Spätfolgen. Der Zustand des Wächterlymphknotens beeinflusst auch die weitere Therapie nach der Operation.

Pathologische Diagnostik


Die Pathologie ist eine diagnostische Einheit und ein Bindeglied zwischen der diagnostischen Radiologie einerseits und der operativen Therapie, der Strahlentherapie und der Onkologie andererseits. Pathologen gewinnen aus den Gewebeproben zusätzliche Erkenntnisse über die Entstehungsweise, Ursache und Bedeutung dieser Gewebeveränderungen.
Die Befunde der Biopsien zu jeder Patientin werden in der wöchentlichen Konferenz, dem Tumor Board, an dem alle Ärzte des Brustzentrum teilnehmen, besprochen.
Während der Operation hilft die Pathologie durch Schnellschnittdiagnosen die Größe und die Grenzen des Tumors zu bestimmen.

Auch das operativ entfernte Gewebe wird von den Pathologen erneut untersucht und endgültig abgeklärt. Sie erstellen ein vollständiges Profil der Tumoreigenschaften – dazu gehören: die diagnostische Benennung des Tumors und seine Eingruppierung im Gesamtsystem der Brusttumoren, die Größe der Tumorkomponenten und die Gesamtgröße des Tumors, der Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe, mögliche Einbrüche in das Blut- und Lymphgefäßsystem, Wachstums- und Ausbreitungsverhalten. Mittels spezifischer Methoden in der Immunhistologie wird die Sensibilität des Tumorgewebes bezüglich der Hormonrezeptoren sowie des Wachstumsfaktor-Rezeptors (HER-2/neu) ermittelt. Insgesamt resultiert daraus ein „Persönlichkeitsprofil“ des Tumors. Diese Kenntnis ist sehr hilfreich für die Überlegungen der Strahlentherapeuten und der Onkologen.

Auch wird ein Lymphknotenstatus erhoben. In einem Sentinelverfahren, einer besonders intensiven Schnellschnittdiagnostik, werden sogenannte Wächterlymphknoten durch zahlreiche Schnittstufen auf Mikrometastasen hin untersucht.

Brustsprechstunde Stade


Nach der Feststellung von Brustkrebs erfolgt mit jeder Patientin die individuelle Planung der notwendigen, geeigneten Behandlung in den eigens dafür eingerichteten Brustsprechstunden an der Frauenklinik des Elbe Klinikums Stade.
Diese Brustsprechstunde wird von der Oberärztin der Frauenklinik des Elbe Klinikums Stade, Andrea Tölke, abgehalten. In einem eingehenden, persönlichen Gespräch werden die Therapiemöglichkeiten dargestellt und auch verschiedene Vorgehensweisen gegeneinander abgewogen. Danach sollte die Patientin in der Lage sein, sich für ihre individuelle Therapie zu entscheiden, die dann detailliert geplant wird einschließlich aller notwendigen Termine.
Die Brustkrebserkrankung jeder Patientin wird vor dem Gespräch in der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz im interdisziplinären Ärzte-Team besprochen und die optimale Therapie nach medizinischen Leitlinien dargestellt.

Brustsprechstunde Buxtehude


Nach der Feststellung von Brustkrebs erfolgt mit jeder Patientin die individuelle Planung der notwendigen, geeigneten Behandlung in den eigens dafür eingerichteten Brustsprechstunden an der Frauenklinik des Elbe Klinikums Buxtehude.
Diese Brustsprechstunde wird von den Öberärztinnen der Frauenklinik des Elbe Klinikums Buxtehude, Kathrin Listen und Dr. med. Maike Frauen, abgehalten. In einem eingehenden, persönlichen Gespräch werden die Therapiemöglichkeiten dargestellt und auch verschiedene Vorgehensweisen gegeneinander abgewogen. Dadurch sollte die Patientin in der Lage sein, sich für ihre individuelle Therapie zu entscheiden, die dann detailliert geplant wird – einschließlich aller notwendigen Termine. Die Brustkrebserkrankung jeder Patientin wird meist vor dem Gespräch in der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz im interdisziplinären Ärzte-Team besprochen und die optimale Therapie nach medizinischen Leitlinien vorgeplant.

Operation


Fast immer ist bei einer Brustkrebsbehandlung eine Operation erforderlich, die in den Frauenkliniken der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude von Frauenärztinnen/Frauenärzten durchgeführt wird, die mindestens 50 Brustkrebsoperationen pro Jahr vornehmen und/oder eine entsprechende Ausbildung/Erfahrung vorweisen können. Das Standardverfahren ist heute die brusterhaltene Therapie (BET), in über 70 Prozent der Fälle kann bei der Entfernung des Tumors die Brust erhalten werden, was dann mit einer weiteren lokalen Therapie, der Nachbestrahlung der Brust, ergänzt wird.

Doch selbst wenn eine brusterhaltende Therapie nicht möglich ist und die Brustdrüse entfernt werden sollte (Ablatio), kann die Brust direkt oder später wieder aufgebaut werden (Brust-Rekonstruktion). Der Brustaufbau kann nach verschiedenen Methoden mit körpereigenem Gewebe oder mit Implantaten vorgenommen werden. Die Möglichkeiten und Verfahren werden vor der Operation eingehend mit der Patientin besprochen.

Zur Operation gehört als Standard die Entfernung von Achsel-Lymphknoten. In vielen Fällen reicht es aus, nur die Wächterlymphknoten- (Sentinel-Lymphknoten) zu entfernen. Dazu werden diese besonderen Lymphknoten am Tag vor der Operation von einem spezialisierten Nuklearmediziner des MVZ Klinik Dr. Hancken in Stade oder Buxtehude markiert.

Strahlentherapie


Die Strahlentherapie wird bei Brustkrebs meist nach der Operation und gegebenenfalls auch nach einer Chemotherapie eingesetzt. Diese Behandlung hat das Ziel, das Risiko eines erneuten Tumorwachstums in der Brust und das Risiko späterer Tochtergeschwulste (Metatasen) erheblich zu senken. Nach brusterhaltenden Operationen gilt die Bestrahlung als Standardtherapie, die alle Frauen nach einem derartigen Eingriff erhalten sollten.

Aber auch eine Bestrahlung der Brustkorbwand nach vollständiger Entfernung der Brustdrüse und eine Bestrahlung der Lymphknotenstationen am Schlüsselbein und am Brustbein kann vorteilhaft sein. Wann und in welchem Umfang eine Strahlentherapie für die einzelne Patientin in Frage kommt, trifft die/der Strahlentherapeut/in in einer gemeinsamen Besprechung mit Frauenärzten, Radiologen und Pathologen. Ein wichtiges Kriterium sind die Erkenntnisse über die Ausdehnung und die Eigenschaften des Tumors aus der Gewebeuntersuchung.

Für die Behandlung werden die neuen Linearbeschleuniger in der Klinik Dr. Hancken eingesetzt. Die Therapie wird mit jeder Patientin ausführlich besprochen und dann in zwei Sitzungen vorbereitet. Das dauert etwa 10 bis 14 Tage. Im Anschluss wird mit der Bestrahlung begonnen. Ein Therapiezyklus dauert circa 6 bis 8 Wochen, wobei an 5 Tagen in der Woche Behandlungen stattfinden. Am Wochenende wird keine Therapie durchgeführt.

Die meisten Frauen vertragen eine lokale Bestrahlung der Brust, der Brustwand und der Lymphknotenstationen sehr gut. Aber wie viele medizinische Behandlungsverfahren kann auch eine Strahlentherapie zu Nebenwirkungen führen. So können Hautreizungen in den Bestrahlungsfeldern und Müdigkeit auftreten. Schwerwiegende Probleme sind aber sehr selten. Wir informieren unsere Patientinnen detailliert und individuell vor Behandlungsbeginn. Weitere Informationen zur Bestrahlung, ihren Nebenwirkungen und die einzelnen Schritte zur Vorbereitung einer Bestrahlungsserie können Sie hier erhalten.

Medikamentöse Therapie


Die medikamentöse Tumortherapie hat einen hohen Stellenwert bei der Behandlung von Brustkrebs. Sie ist aber nur ein Teil des multimodalen Therapiekonzeptes. Für jede Patientin wird individuell entsprechend dem Ausmaß der Erkrankung und bestimmter prognostischer Faktoren sowie unter Berücksichtigung der sonstigen Erkrankungen die Behandlung nach den besten Möglichkeiten und neuesten Erkenntnissen festgelegt.

Zur medikamentösen Tumortherapie gehören die Chemotherapie mit ihren zahlreichen unterschiedlichen Wirkstoffen und Kombinationen, die Immuntherapie, die in jüngster Zeit vor allem durch den Antikörper „Herceptin“ eine bedeutsame Rolle in der Behandlung von Brustkrebs gewonnen hat, und die Antihormontherapie (bzw. Antiöstrogenbehandlung). Welche Therapie im Einzelfall angewendet wird, ist abhängig von den individuellen Risikofaktoren und Tumoreigenschaften (Tumorgröße, Lymphknotenbefall, Rezeptorstatus usw.) und von gegebenenfalls vorhandenen weiteren Erkrankungen (beispielsweise koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus).

Chemotherapie

Eine so genannte neoadjuvante oder primäre Chemotherapie wird vor einer operativen Behandlung durchgeführt. Besondere Bedeutung erlangt dieses Verfahren in den Fällen, in denen eine Operation zunächst nicht möglich ist (z.B. zu großer Tumor oder entzündliche Tumore). Ein großer Vorteil dieses Verfahrens besteht in der Möglichkeit zu erkennen, ob die Behandlung anspricht, also wie sehr sich ein Tumor unter der Therapie verkleinert.

Wenn die medikamentöse Therapie nach einer Erst- oder Zweitoperation durchgeführt wird und keine Organmetastasen (Tumorabsiedlungen in anderen Organen) vorhanden sind, spricht man von einer adjuvanten Therapie. Der Sinn dieser Therapie besteht darin, möglicherweise noch vorhandene Tumorzellen zu vernichten. Internationale Studien zeigen, dass sich unter bestimmten Bedingungen dadurch die Chancen der betroffenen Frauen auf Heilung stark verbessert haben.

Auch in den Fällen, in denen bereits Tumorabsiedlungen nachgewiesen sind, ist eine Chemo-/Immuntherapie oder Antiöstrogenbehandlung durchaus sinnvoll. Der Sinn besteht dann nicht in einer Heilung, sondern in einer Kontrolle des Tumorwachstums bzw. einer Kontrolle von Tumorsymptomen.

Immuntherapie

Neuere Therapieformen wie die Immuntherapie kommen in bestimmten Situationen zusätzlich zur Anwendung. Voraussetzung für die Therapie mit Herceptin oder auch Tykerb ist eine bestimmte Struktur auf den Tumorzellen (der so genannte Her 2-neu Rezeptor). Dieser liegt nur bei etwa 30 Prozent aller Patientinnen mit Brustkrebs vor, nur diese Patientinnen können deshalb von dieser Therapie profitieren.

Antihormontherapie

Eine weitere, sehr wichtige Säule der medikamentösen Therapie ist die Antihormontherapie. Bei allen Tumoren wird heutzutage gemessen, ob und ggf. wie ausgeprägt Rezeptoren für Östrogen und/oder Progesteron auf der Tumoroberfläche erscheinen. In Abhängigkeit vom Ausprägungsgrad und der Risikosituation wird heute fast jeder Frau, deren Tumor solche Rezeptoren trägt, eine entsprechende Therapie vorgeschlagen. Neben dem seit Jahrzehnten bewährten Tamoxifen gibt es auch die so genannten Aromatasehemmstoffe, eine besondere Gruppe der Antihormone. Die optimale Abfolge der Behandlung wird jeder Patientin von den zuständigen Fachärzten genau erklärt.

Die Patientinnen des Brustzentrums haben auch die Möglichkeit an nationalen und internationalen Therapieoptimierungsstudien teilzunehmen. Der Vorteil dieser Studien besteht darin, besonders aufmerksam überwacht zu werden und ggf. ein noch nicht zugelassenes Medikament oder eine neue Wirkstoffkombination erhalten zu können. Hiermit kann die Patientin unter Umständen frühzeitig am medizinischen Fortschritt teilhaben.

Weitere Informationen zur medikamentösen Tumortherapie

Studien


Das Brustzentrums Stade-Buxtehude bietet seinen Patientinnen auch die Möglichkeit an Studien teilzunehmen. Die Studien, an denen sich das Brustzentrum beteiligt, sind spezielle Programme zur Überprüfung der Wirksamkeit von Medikamentenkombinationen in der Krebstherapie. Sie werden über einen längeren Zeitraum national oder international durchgeführt. Der Vorteil für die Patientin liegt in der erhöhten Kontrolle und Überwachung ihrer Behandlung. Ob eine Patientin für eine Studie geeignet ist oder nicht, besprechen die Ärzte schon während der Tumorkonferenz. Die Patientinnen entscheiden im Gespräch mit den Gynäkologen und den Onkologen, ob sie teilnehmen möchten.

Über das Studiensekretariat können sich die Patientinnen des Brustzentrums Stade-Buxtehude bereits vorher über laufende und geplante Studien informieren und Material anfordern:

Birte Rahn
Karen Haseloff
Studiensekretariat
Harsefelder Str. 8
21680 Stade


Tel. 04141 604-232
Fax. 04141 604-234

Ergänzende Therapien


Ernährungsberatung

„Wie soll ich mich ernähren?“ Diese Frage stellen viele Brustkrebspatientinnen. Doch eine allgemein gültige Antwort gibt es darauf nicht. Es kommt darauf an

  • wie sich die Ausgangssituation und der Krankheitsverlauf darstellen,
  • wie hoch Ihr Körpergewicht bei der Diagnosestellung ist/war,
  • wie sich Ihr Körpergewicht im Behandlungsverlauf entwickelt.

Grundsätzlich läßt sich folgendes sagen: Wer bei Auftreten der Krankheit normalgewichtig oder leicht übergewichtig ist, sollte versuchen das Körpergewicht zu halten und sich – soweit möglich – gesund zu ernähren. Tipps und Hinweise dazu erhalten PatientInnen bei der Diätberatung der Elbe Kliniken und in der Klinik Dr. Hancken.
Unsere Unterstützung erhalten bei uns selbstverständlich auch  PatientInnen, deren Körpergewicht unabsichtigt um fünf oder mehr Kilo abgenommen hat, oder die stark übergewichtig sind, sowie PatientInnen, die während der Behandlung, der Strahlen- und/oder Chemotherapie bzw. nach einer Operation Probleme beim Essen und Trinken bzw. nach der Nahrungsaufnahme bekommen (z.B.: Übelkeit, Verstopfung, Durchfall etc.).

Physiotherapie

Nach einer Brustoperation sollte die Beweglichkeit der Schulter-Arm-Region und des Brustkorbes wieder optimal hergestellt werden.
Deshalb wird bereits am ersten Tag nach der Operation mit der physiotherapeutischen Behandlung begonnen, die sich an fachlich aktuellen Standards orientiert und folgende Aspekte beinhaltet:

  • Bewegungstherapie der Schulter-Arm-Region und des Brustkorbes
  • Ödemprophylaxe
  • Anleitung zu Eigenübungen
  • Beratung und Tipps für den Alltag
  • bei Bedarf: manuelle Lymphdrainagen

Auch nach dem Klinikaufenthalt kann die Behandlung in der Physiotherapeutischen Ambulanz fortgesetzt werden. Dazu haben wir folgende Therapieangebote entwickelt:

  • ambulante Physiotherapie/Einzeltherapie
  • manuelle Lymphdrainage
  • Onko-Walking

Das Ziel unserer Arbeit ist, dass unsere Patientinnen schnell wieder aktiv am Leben teilnehmen können.


Psycho-Onkologie, Psychotherapie


Die Diagnose Brustkrebs ist für die Betroffenen, ihre Angehörigen und Freunde zunächst fast immer ein Schock, der erst einmal verkraftet werden muss. Die Psychoonkologinnen des Brustzentrums Stade-Buxtehude unterstützen die PatientInnen und ihre Familien in jeder Phase der Erkrankung, vom Zeitpunkt der Diagnosemitteilung, während der Behandlung, in der Nachsorge und darüber hinaus. Sie helfen den Patientinnen und Ihren Familien, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, Ängste zu überwinden und neuen Lebensmut zu finden. Sie begleiten die PatientInnen und ihre Angehörigen bei der Suche nach Wegen, mit den Belastungen umzugehen, das seelische Gleichgewicht wieder zu gewinnen und neue Perspektiven zu entwickeln.

Brustrekonstruktion


Die Abteilung für Hand-, Ästhetische und Plastische Chirurgie der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude bietet das gesamte Spektrum zur Wiederherstellung der Brust an – sowohl die mikrochirurgischen Rekonstruktionsverfahren durch Eigengewebe als auch durch Fremdgewebe (z.B. moderne hochwertige Silikongelprothesen).

Durch moderne Operationstechniken können Form und Volumen der Brust wieder so hergestellt werden, dass Unterschiede zum ursprünglichen Zustand kaum sichtbar sind. Selbst Asymmetrien, wie sie nach der Entfernung einer Brust entstehen, können operativ durch die Brustrekonstruktion auf der einen Seite und eine straffende Volumenreduktion auf der anderen Seite behoben werden. So wird beispielsweise verhindert, dass einseitige Fehlbelastungen der Wirbelsäule zu Schulter-Nackenschmerzen führen.

Neben der Brustrekonstruktion nach Erkrankungen oder Operationen werden in der Abteilung für HÄP auch Korrekturen angeborener Fehlbildungen der weiblichen und männlichen Brust durchgeführt.