Pathologische Diagnostik
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Privatdozent Dr. med. Gerhard Bommer, Chefarzt der Pathologie in den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude |
Die Pathologie ist eine diagnostische Einheit und stellt ein Bindeglied her zwischen der diagnostischen Radiologie einerseits und der operativen Therapie, der Strahlentherapie und der Onkologie andererseits. Wenn sich in der diagnostischen Radiologie, bei der Mammographie beispielsweise, nicht eindeutig klären lässt, ob eine Auffälligkeit gut- oder bösartig, oder behandlungsbedürftig ist, wird eine Stanzbiopsie durchgeführt: Aus dem auffälligen Bereich – Mikrokalkablagerungen, Veränderungen in der Gewebestruktur oder unklare Herdbildungen – wird Gewebe entnommen. Diese Proben gelangen zur Pathologie.
Die Pathologen gewinnen mikroskopisch zusätzliche Erkenntnisse über die Entstehungsweise, Ursache und Bedeutung dieser Gewebeveränderungen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden bewertet und klassifiziert:
- B 1 - nicht repräsentatives Gewebe: weitere diagnostische Abklärung
- B 2 - gutartige Veränderung: Diagnostik abschließbar
- B 3 - zweifelhafter Befund: kann gut- oder bösartig sein: diagnostische Operation
- B 4 - Verdacht auf Bösartigkeit: diagnostische Operation
- B 5 - sicher bösartige Veränderung: therapeutische Operation
Die Befunde der Stanzbiopsien zu jeder Patientin werden in der wöchentlichen Konferenz, dem Tumor Board, an dem alle Ärzte des Brustzentrums teilnehmen, besprochen.
Während der Operation hilft die Pathologie durch Schnellschnittdiagnosen die Größe und die Grenzen des Tumors zu bestimmen.
Auch das operativ entfernte Gewebe aus den Stadien B 3 bis B 5 wird von den Pathologen erneut untersucht und endgültig abgeklärt.
An den Operationspräparaten erstellen die Pathologen ein vollständiges Profil der Tumoreigenschaften: Die diagnostische Benennung des Tumors und seine Eingruppierung im Gesamtsystem der Brusttumoren, Größe der Tumorkomponenten und die Gesamtgröße des Tumors, der Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe, mögliche Einbrüche in das Blut- und Lymphgefäßsystem, Wachstums- und Ausbreitungsverhalten. Mittels spezifischer Methoden in der Immunhistologie wird die Sensibilität des Tumorgewebes bezüglich der Hormonrezeptoren sowie des Wachstumsfaktor-Rezeptors (HER-2/neu) ermittelt.
Insgesamt resultiert daraus sozusagen ein „Persönlichkeitsprofil“ des Tumors. Diese Kenntnis ist sehr hilfreich für die Überlegungen der Strahlentherapeuten und der Onkologen.
Auch wird ein Lymphknotenstatus erhoben. Im Sentinelverfahren, eine besonders intensive Schnellschnittdiagnostik, werden sogenannte Wächterlymphknoten durch zahlreiche Schnittstufen auf Mikrometastasen hin untersucht.
In der Pathologie des Brustzentrums Stade-Buxtehude sind wir ein Team aus zwei erfahrenen Fachärzten. Gerade auf dem Gebiet der Brusterkrankungen haben
wir uns gezielt weitergebildet. Die Voraussetzungen zur Anerkennung als Screening-Ärzte haben wir erfüllt. Wir arbeiten kriterien- bez. leitlinienorientiert (WHO,
UICC, Deutsche Krebsgesellschaft), speziell gilt die Leitlinie S 3. In der diagnostischen Arbeit führen wir unsere Erfahrungen zusammen.
Herr Prof. Kreipe von der Medizinischen Hochschule Hannover ist als externer Gutachter an der Screening-Diagnostik beteiligt. Weiterhin gehören Herr Prof. Dr.
Böcker, Universität Münster, und Herr Prof. Löning, Hamburg, zu unseren Ansprechpartnern. Im Rahmen der immunhistologischen Qualitätssicherung nehmen
wir auch an Ringversuchen teil.
Unser Ziel ist die sichere Diagnostik für Patientinnen mit Verdacht auf Mammakarzinom. Obwohl unsere Patientinnen ihre Pathologen eigentlich nicht persönlich
kennenlernen, begleiten wir sie auf weiter Strecke bei der Diagnostik und Behandlung ihrer Brusterkrankung. Ihr Vertrauen wollen wir rechtfertigen und erhalten.
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