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Medikamentöse Therapie

dr-alexander-scherpe.jpg Dr. med. Alexander Scherpe,
Onkologische Schwerpunktpraxis
an der Klinik Dr. Hancken
dr-christoph-steffens.jpg Dr. med. Claus-Christoph
Steffens,
Onkologische Schwerpunktpraxis
an der Klinik Dr. Hancken

Die medikamentöse Tumortherapie hat einen hohen Stellenwert bei der Behandlung des Brustkrebses. Sie ist aber nur ein Teil des multimodalen Therapiekonzeptes. Für jede Patientin wird individuell entsprechend dem Ausmaß der Erkrankung und bestimmter prognostischer Faktoren sowie unter Berücksichtigung der sonstigen Erkrankungen die Behandlung nach den besten Möglichkeiten und neuesten Erkenntnissen festgelegt.

Zur medikamentösen Tumortherapie gehört die Chemotherapie mit ihren zahlreichen unterschiedlichen Wirkstoffen und Kombinationen, die Immuntherapie, die in jüngster Zeit vor allem durch den Antikörper „Herceptin“ eine bedeutsame Rolle in der Behandlung des Brustkrebses gewonnen hat, und die Antihormontherapie (bzw. Antiöstrogenbehandlung). Welche Therapie für die Patientin geeignet ist, ist abhängig von den individuellen Risikofaktoren und Tumoreigenschaften (z.B. Tumorgröße, Lymphknotenbefall, Rezeptorstatus usw.) und von gegebenenfalls vorhandenen weiteren Erkrankungen (beispielsweise koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus).

CHEMOTHERAPIE

Eine so genannte neoadjuvante oder primäre Chemotherapie wird vor einer operativen Behandlung durchgeführt. Besondere Bedeutung erlangt dieses Verfahren in den Fällen, in denen eine Operation zunächst nicht möglich ist (z.B. zu großer Tumor oder entzündliche Tumore). Ein großer Vorteil dieses Verfahrens besteht in der Möglichkeit zu erkennen, ob die Behandlung anspricht, also wie sehr sich ein Tumor unter der Therapie verkleinert.

Wenn die medikamentöse Therapie nach einer Erst- oder Zweitoperation durchgeführt wird und keine Organmetastasen (also Tumorabsiedlungen in anderen Organen) vorhanden sind, spricht man von einer adjuvanten Therapie. Der Sinn dieser Therapie besteht darin, möglicherweise noch vorhandene Tumorzellen zu vernichten. Internationale Studien zeigen, dass sich unter bestimmten Bedingungen dadurch die Chancen der betroffenen Frauen auf Heilung stark verbessert haben.

Auch in den Fällen, in denen bereits Tumorabsiedlungen nachgewiesen sind, ist eine Chemo-/Immuntherapie oder Antiöstrogenbehandlung durchaus sinnvoll. Der Sinn besteht dann nicht in einer Heilung, sondern in einer Kontrolle des Tumorwachstums bzw. einer Kontrolle von Tumorsymptomen wie Schmerzen.

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IMMUNTHERAPIE

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Neuere Therapieformen wie die Immuntherapie kommen in bestimmten Situationen zusätzlich zur Anwendung. Voraussetzung für die Therapie mit Herceptin oder auch Tykerb ist eine bestimmte Struktur auf den Tumorzellen (der so genannte Her 2-neu Rezeptor). Dieser liegt nur bei etwa 30 Prozent aller Patientinnen mit Brustkrebs vor, nur diese Patientinnen können deshalb von dieser Therapie profitieren.

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ANTIHORMONTHERAPIE

Eine weitere, sehr wichtige Säule der medikamentösen Therapie ist die Antihormontherapie. Bei allen Tumoren wird heutzutage gemessen, ob und ggf. wie ausgeprägt Rezeptoren für Östrogen und/oder Progesteron auf der Tumoroberfläche erscheinen. In Abhängigkeit vom Ausprägungsgrad und der Risikosituation wird heute fast jeder Frau, deren Tumor solche Rezeptoren trägt, eine entsprechende Therapie vorgeschlagen. Neben dem seit Jahrzehnten bewährten Tamoxifen gibt es auch die so genannten Aromatasehemmstoffe, eine besondere Gruppe der Antihormone. Die optimale Abfolge der Behandlung wird Ihnen von den zuständigen Fachärzten immer genau erklärt, auch stehen wir Ihnen für Fragen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Die Patientinnen des Brustzentrums haben auch die Möglichkeit an nationalen und internationalen Therapieoptimierungsstudien teilzunehmen. Der Vorteil dieser Studien besteht darin, besonders aufmerksam überwacht zu werden und ggf. ein noch nicht zugelassenes Medikament oder eine neue Wirkstoffkombination erhalten zu können. Hiermit kann die Patientin unter Umständen frühzeitig am medizinischen Fortschritt teilhaben.

Weitere Informationen zur medikamentösen Tumortherapie finden Sie hier.

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an der Klinik Dr. Hancken
Dr. med. A. Scherpe
Dr. med. C.-C. Steffens

 

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